“D&D – Ringkampf”

D&D Ringkampf Gemälde Franz von Defregger

Ringkampf im Rollenspiel

Ich war mir nicht sicher, wie es um den Ringkampf in D&D steht, da die Regeln noch in keiner meiner Runden zum Einsatz kamen. Daher hatte ich im Tanelorn eine Umfrage zum Ringkampf gestartet. Das Ergebnis: Offenbar sind Ringkampf-Regeln recht beliebt, also das Vorhandensein derselben. Aber mir waren sie in vielen der existierenden Versionen zu umfangreich. Daher schlage ich einmal diese Version vor (LotFP ick hör Dir trapsen!):

Ein Charakter kann versuchen, einen Gegner niederzuringen, um ihn bewegungsunfähig zu machen oder ihm einen Gegenstand zu entwenden. Der Angreifer muss dazu beide Hände frei haben. Der angegriffene Gegner darf, falls er in dieser Runde noch nicht agiert hat, seinerseits einen Angriffswurf gegen den Angreifer ablegen, bevor der Ringkampf beginnt.

Ein Ringkampf wird durch einen vergleichenden Wurf entschieden. Beide Beteiligten werfen einen W20 und addieren ihren Angriffs- sowie Stärkebonus. Fällt das Ergebnis gleich hoch aus, entscheidet der Geschicklichkeitsbonus, dann bei Bedarf der Konstitutionsbonus.

Der Gewinner des Wurfs bestimmt, ob er versuchen will, dem Gegner einen (nicht irgendwie befestigten) Gegenstand zu entwenden, ob er den Verlierer wegdrängt, ob der Verlierer bewegungsunfähig ist oder ob er sich aus dem Ringkampf löst.

Gegenstand abnehmen: Der Gegenstand darf nicht befestigt sein, beispielsweise festgeschraubt oder angekettet. Nimmt er dem Gegner einen Gegenstand ab, endet der Ringkampf.

Wegdrängen: Wegdrängen funktioniert nur bei Gegnern, die nicht mehr als doppelt so schwer sind wie der Gewinner des Wurfs. Drängt er den Verlierer weg, kann er sich und ihn bis zu seiner halben Bewegungsdistanz bewegen.

Bewegungsunfähig machen: Macht der Gewinner den Verlierer bewegungsunfähig, kann dieser keine Aktion ausführen (auch selbst in seiner Runde keinen Ringkampfwurf initiieren), bis er selbst einen Wurf gewinnt. Der Verlierer ist nach zwei nacheinander verlorenen Würfen am Boden festgenagelt und hilflos. Er kann dann nicht länger versuchen, sich zu befreien.

Lösen: Löst sich der Gewinner aus dem Ringkampf, endet der Ringkampf.

Jeder Angriff gegen ein Ziel, das einen Ringkampf ausführt, gilt als hinterhältiger Angriff.

Wenn mehrere Angreifer versuchen, einen Gegner niederzuringen, führen alle Beteiligten ihre Würfe normal durch, aber nur das beste Ergebnis gilt und erhält einen Bonus von +1 für jeden zusätzlichen Kämpfer auf der eigenen Seite.

Kreaturen mit Körpermerkmalen, die ihnen Vorteile im Ringkampf verschaffen (Tentakel, klebrige Haut, zusätzliche Gliedmaßen), erhalten einen Bonus von +1 pro TW.

Veröffentlicht am 5. Juli 2016, 6 Kommentare

Kommentare:

  • Jan sagt:

    Deutlich besser als das Original. Aber ein paar Fragen bleiben offen:
    – Darf der Verlierer des Ringkampfes, nachdem er bewegungsunfähig gemacht wurde denn zumindest Ringkampfwürfe gegen denjenigen machen, der ohnehin schon mit ihm im Ringkampf ist`? Sollte er dürfen, sonst kann ihn der andere ja einfach beliebig lang bewegungsunfähig halten, denn da ist nicht angegeben, dass es nur für eine Runde hält oder verstehe ich das falsch? Zudem, wenn er versucht sich zu befreien und mehrere Gegner hat und einer dieser Gegner aus dem Ringkampf aussteigt (weil er für später seine Handlung für was anderes behalten will) und sich dann aber in seiner Handlung entschließt doch wieder einen Ringkampf mit dem (ehemals) Bewegungslosen zu starten, was ist dann? Geht das? Wäre komisch, aber das auszuschließen auch.
    – Ist das Gewicht in D&D immer klar definiert? Ansonsten würde ich eher auf die Größenkategiorie zurückgreifen oder den Größenbonus im Ringkampf beibehalten.
    – Was passiert wenn man mehrere Angriffe hat? Hat man dann mehrere Versuche den Ringkampf zu initiieren? Wenn ja, was ist, wenn der Gegner weniger Angriffe hat?

    • Benjamin sagt:

      Der Verlierer darf, wenn er einmal bewegungsunfähig gemacht wurde, selbst keine Aktion mehr initiieren. Verliert er einen zweiten Wurf (ich denke, hier erhöhe ich auf einen dritten), dann darf er gar nichts mehr und der Gewinner muss auch nicht mehr würfeln, um den Verlierer weiter festzunageln.

      Das Gewicht sollte zumindest grob bestimmbar sein. In den verschiedenen Monsterhandbüchern zumindest in der 3e ist es definiert. In dem Monsterbuch, das ich gerade zusammenstelle, steht es auch drin.

      Bei mehreren Angriffen ist trotzdem nur ein Wurf für Ringkampf drin.

      Danke für das Feedback, das hat mich nochmal zum Nachdenken gebracht.

      • Jan sagt:

        Das heißt bei mehreren Angriffen kann ich auch mit dem letzten Angriff (niedrigster Bonus) einen Ringkampf initiieren, aber dann bekomme ich auf Wurf dafür auch nur den geringeren Angriffsbonus (BAB/GAB)? Finde ich sauber. Im Original (3e) wars mal so, dass man immer den festen Grapple-Bonus bekommen hat, der immer den vollen BAB enthalten hat. Das war leicht broken.

        Ich weiß nicht, ob das aus meinen ersten Kommentar richtig rauskam: Wenn der Verlierer keinen Ringkampfwurf initiieren kann, sobald er mal bewegungsunfähig ist, kann er so lange in dieser bewegungsunfähigen Haltung gehalten werden, bis der Gewinner keinen Bock mehr hat. Der Gewinner kann ja einfach entscheiden keinen weiteren Ringkampfwurf zu initiieren und seine Handlung verfallen lassen oder in der Nase popeln. Also mit einem Erfolg potentiell ewiges „bewegungsunfähig“. Ist das so gewollt? Sonst könnte man dem Verlierer erlauben zumindest einen Ringkampf gegen seine(n) Festhalter zu initiieren (der kann ja durchaus auch zu den zwei Malen zählen, die zu hilflos führen).

        • Benjamin sagt:

          Nein, Ringkampf ersetzt den Nahkampf komplett. Entweder das Schwert schwingen oder am Boden wälzen, beides in einer Runde ist mir zu viel gewollt. Das muss ich wohl noch deutlicher formulieren.

          Theoretisch könnte ein festgenagelter Charakter für den Rest seines Lebens am Boden gehalten werden, ja. Irgendwann kann man als SL ja dann mal neue Würfe fordern. Ein Kampf dauert aber in der Regel nicht so lang, dass ich das für nötig halte. Ich muss mal sehen, wie sich das in der Praxis bewährt. Abgesehen davon ist der Angreifer ja genau so gebunden wie der Verteidiger, also viel gewonnen ist damit auf lange Sicht nicht.

  • Jan sagt:

    P.S.: Bitte, gerne. Mehr als zum Nachdenken anregen wollte ich auch gar nicht :)




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