“Rezension zum Modul Liberation of the Demon Slayer”

Liberation of the Demon Slayer

Liberation of the Demon Slayer

Neulich bei G+ fragte Venger Satanis, wer von den Krauts auf Amazon.de eine Rezension zu seinen Modulen veröffentlichen würde und ich hab mich gemeldet. Begonnen habe ich mit seinem ersten Modul Liberation of the Demon Slayer, einem Dungeon mit sechs Ebenen und dem Potential, die Kampagnenwelt des Spielleiters auseinanderzunehmen. Ich habe die PDF-Version gelesen, über eine Druckausgabe kann ich derzeit nichts sagen.

Vorweg: Das Produkt mit seinen 68 Seiten ist „technisch“ etwas durchwachsen, was laut Venger daran liegt, dass er als unerfahrener Hersteller und Koordinator einige Fehler im Prozessablauf hatte, was ich bestens nachvollziehen kann. Immerhin war das sein erstes Produkt und sowas ist schon eine Menge Arbeit. Die enthaltenen Ideen sind jedenfalls so gut, dass das bisschen Mehrarbeit für den SL allemal gerechtfertigt ist. Aus dem Vorwort:

Liberation of the Demon Slayer might be an “end of an aeon” mini-campaign. It’s definitely an “anything can happen” scenario of the old school gonzo variety, meant to last between 7 and 13 adventuring sessions, whereupon, the player-characters’ lives are irrevocably changed. Their old lives are over and done with. Liberation of the Demon Slayer is for those who want something different, a bit of science fantasy, a smidge of Lovecraftian darkness, and a huge dollop of classically weird gaming.“

Oh ja! Das Vorwort gibt einen Eindruck der Tonalität und Tödlichkeit des Moduls. Es folgen Hinweise zum Setting (Elfen sind hier ähnlich zu LotFP alle chaotisch, mit Tendenz zum Bösen; die Gottheiten sind dem Cthulhu-Mythos entlehnt oder davon inspiriert) sowie einige Seiten mit Regelvarianten zu Attributsproben, Ermittlung der Trefferpunkte, explodierenden Schadenswürfel, kritischen Treffern und andere. Außerdem enthalten ist ein alternatives Magiesystem, das auf Proben basiert, allerdings weit weniger umständlich als z.B. DSA.

Weiterhin gibt es Hinweise für Spielleiter zu Herausforderungen, Training beim Stufenanstieg, freier Magie sowie Charaktermotivation und -hintergrund, die auch unabhängig von der Kampagne gut verwendbar sind. Außerdem einen Absatz zum Tod von Spielercharakteren und einen Abschnitt zu Sex und Gewalt, von denen im Modul nicht wenig enthalten sind. Da dieses Thema aber eigentlich keine tragende Rolle spielt, kann das Modul problemlos auf FSK12 geändert werden.

Das Produkt enthält sehr passende und stimmungsvolle Illustrationen von variierender Qualität. Die Karten sind von Dyson (Dyson Maps) und entsprechend schick.

Nun zu den eingangs erwähnten Schwächen: Die Übergänge zwischen den verschiedenen Ebenen des Dungeons sind teils unklar beschrieben und aus den Karten nicht immer ersichtlich. Außerdem fehlen wohl ein paar der Raumnummern auf den Karten. Alles kein Grund, das Modul nicht zu verwenden, aber allemal ärgerlich.

Zum Glück überwiegen die positiven Aspekte des Produkts. Neben den erwähnten Settingideen und Regelvarianten werden einprägsame NSC mit nachvollziehbaren Motivationen vorgestellt, es gibt magische Gegenstände mit vielseitigen Eigenschaften, interessante Monster und jede Menge Anregungen, die eigene Spielwelt zu erweitern. Sowas kann ich ja immer gut haben.

Mein Fazit: Wer ein Dungeon benötigt, das ohne viel Vorbereitung geleitet werden kann, sollte die Finger von dem Produkt lassen. Wer allerdings frische Ideen gebrauchen kann, Platz für weitere dunkle Gottheiten hat und sich nicht scheut, seine Kampagnenwelt zur Not zum Teufel gehen zu lassen, der ist mit dem Modul bestens bedient. Neben den angeführten Schwächen sollte der Spielleiter durchaus Zeit darauf verwenden, den für Standard-Fantasy ungewöhnlichen Hintergrund des Dungeons in seine Kampagnenwelt einzubetten. Ich persönlich kann den Inhalt als Steinbruch erster Klasse empfehlen und werde ihn genau so verwenden.

Hier gibt es das PDF bei Amazon: Liberation of the Demon Slayer

Veröffentlicht am 20. Dezember 2014, 2 Kommentare

Kommentare: