“The Forest – Survival Horror in bester CoC-Manier”

Das Fazit vorweg: The Forest ist das beste CoC-Computerspiel, das ich bislang gespielt habe. Meine persönliche Einschätzung zur Altersbeschränkung wäre mindestens 16 mit Hang zu 18. Ich versuche, in diesem Artikel so wenig wie möglich vorwegzunehmen, daher mag er hier und da etwas schwammig erscheinen. Und tut euch einen Gefallen: Schaut euch keine Trailer, Let’s-Plays oder sonstige Spoilerquellen an.

Jedes Spiel beginnt mit einem Flugzeugabsturz auf einer bewaldeten Insel. Der Protagonist verliert das Bewusstsein, der Sohn wird von einem halbnackten Eingeborenen mitgenommen, man erwacht und los geht’s. Dass das Spiel nicht zimperlich mit Gewalt umgeht, wird gleich am Anfang klar, das erste bedeutende Ausrüstungsstück muss aus einer Leiche geborgen werden.

Surrvival Horror trifft es ganz gut. Der Ursprungsgedanke ist Tot bleibt tot, allerdings kann man an Schlafstätten speichern. Es ist dem Spieler üerlassen, wie hart er sich für sein Versagen bestrafen möchte. ;)

Die Inselbewohner sind mit überzeugenden Verhaltensmustern ausgestattet, die das Setting von mir bekannten Shootern, Horror- oder Zombie-Apokalypse-Spielen abheben. Die Grauzone für den Spieler ist deutlich dunkel und man erwischt sich schnell dabei, fragwürdige Entscheidungen im Sinne der Spieloptimierung zu treffen. Es ist ganz interessant zu sehen, wo man für sich die Grenzen setzt, und was als Rechtfertigung für das eigene Verhalten dient. Das beste dabei: Dem Spiel ist es egal. Es gibt keine moralische Richtlinie und keinen „Spiegel“, es gibt nur den Wald und seine Bewohner. Und den Spieler.

Zak Smith hat einen schönen einleitenden Text für sein Buch Frostbitten and Mutilated geschrieben, als Einstimmung solle der DM sich darauf Einschwingen, dass alles in dem nachfolgend beschriebenen Land darauf aus sei, die Spieler zu töten und dass jeder Grashalm ihre Anwesenheit hasst. Etwas ähnliches hat The Forest bei mir ausgelöst. Noch nie hat mich der Anblick eines sonnenbeschienenen Waldes mit so tiefem Unbehagen erfüllt. Nur liegt es hier nicht am Wald, der ist erbarmungslos gleichgültig allen Geschehnissen gegenüber.

Ein Minuspunkt im voranschreitenden Spiel war für mich, dass keine sinnvolle Kriegführung möglich ist, da die Gegner zufällig erscheinen und offenbar zahllos sind. Daher ist der Aspekt des Festungsbaus zwar schön umgesetzt, aber irgendwie witzlos. Dafür ist die Dungeonerkundung sehr spannend und gut gemacht. Man ist starkt auf Nahrung angewiesen (Trockenfleisch ftw!), Wasser ist substantiell (gesegnet ist, wer einen Schlauch hergestellt und einen Topf zum Abkochen gefunden hat), und einmal von Gegnern befreite Abschnitte bleiben zumindest hier unten sicher.

Das Spiel bietet eine Geschichte, die es zu erkunden gilt. Es finden sich einige Hinweise in Form von Bildern, Videokassetten und Schritstücken, die zusammen etwas über die Inselbewohner verraten und letztendlich zum geraubten Sohn führen. Es gibt Geheimnisse zu entdecken, was die Aufmerksamkeit des Spielers erfordert und gelegentlich mit guter Ausrüstung belohnt wird.

Ich habe das Spiel zu zweit im Koop-Modus gespielt, alleine hätte ich wohl nach der Hälfte aufgegeben. Man kann bis zu vier Leute im Spiel haben, aber zu zweit war es schon sehr viel einfacher (und die feindselige Stimmung viel besser erträglich). Wir haben die Geschichte durchgespielt, aber vermutlich haben wir die Hälfte der Geheimnisse nicht entdeckt. Nach dem Abschluss der Geschichte steht ein gefahrenfreier Baumodus zur Verfügung, aber dessen Reiz ist mir verschlossen geblieben.

Zusammenfassend: Was für ein Abenteuer!

Veröffentlicht am 30. April 2018, Keine Kommentare

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