“Rezension zum Modul The Islands of Purple-Haunted Putrescence”

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The Islands of Purple-Haunted Putrescence

The Islands of Purple-Haunted Putrescence ist nach LotDS das zweite Modul, das ich für Venger Satanis rezensiere. Es handelt sich um ein klassisches Sand­box-Modul in einem Sword&Planet-Setting. Das Modul ist unterteilt in eine Einleitung mit Regel­varianten und allgemeinen Informationen über die Inseln, ihre Bewohner und Besonderheiten, eine Beschreibung der Hexfelder sowie einen Anhang mit neuen Zaubern und magischen Gegenständen.

In der Einleitung werden unter anderem neue Optionen für Charakterhintergründe vorgestellt, außerdem die Mönch-Charakterklasse und Regeln für intelligente Schwerter. Aber ähnlich wie LotDS hat auch dieses Modul einen Beigeschmack, etwa dass Frauen bei den verschiedenen Kulten als Währung verwendet werden. Das kann ich als SL aber problemlos ändern, indem ich Frauen mit Jungfrauen im erweiterten Sinne substituiere, und schon ist Gleichheit hergestellt.

Die Beschreibungen der Hexfelder enthalten in der Regel mehrere Einträge. Besonders positiv: Begegnungen mit NSC sind meist ergebnisoffen. Die Spieler sind gefordert, den Bewohnern der Inseln gegenüber ein Verhalten zu wählen. Wollen sie erobern oder Allianzen bilden, und falls ja, mit welcher Seite? Es gibt wenig Schwarz-Weiß, und die wahren Absichten der NSC sind oft verborgen. Ideale Voraussetzungen für großes Rollenspiel abseits von Werten und Boden­plänen. Allerdings sind viele Einträge nicht bis auf das i-Tüpfelchen ausgearbeitet, so dass der Spielleiter nicht unvorbereitet leiten sollte. Zum Beispiel sind nur wenige Boden­pläne enthalten, und viele fremde Welten werden zwar erwähnt, müssten aber im Bedarfsfall noch ausgearbeitet werden. Venger schreibt im Vorwort selbst, dass er schlicht nicht die Zeit hatte, Dungeons zu platzieren, dass aber der SL angehalten ist, die Inseln nach seinen Bedürfnissen zu erweitern.

Das Setting eignet sich wegen der vielen eingeführten Technologie (Plasma­gewehre, Raumschiffe allerorten, Zeitmaschinen) und der Allgegenwart anderer Planeten und ihrer Bewohner nicht, um wie gedruckt in eine eher konservative Fantasy-Kampagne intergiert zu werden. Es eignet sich dafür umso besser als Startpunkt einer von Konventionen befreiten, Achterbahnmäßigen Sword&Planet-Kampagne, die die Fesseln einer Welt sprengt und die Spieler in die unendlichen Weiten eines durchgeknallten Multiversums entlässt. Sogar RIFTS sieht dagegen aus wie ein etwas bieder-humorloses Science-Fantasy-Setting.

Mein Fazit zu The Islands of Purple-Haunted Putrescence lautet daher: Schon für den Ideenreichtum lohnt die Lektüre dieses Moduls. Es ist handwerklich solider als Venger Satanis‘ erstes Abenteuer Liberation of the Demon Slayer und bietet viel mehr Spielmaterial. Es ist auf jeden Fall ein geeigneter Einstieg in das Sword&Planet-Genre, sprüht vor Inspiration und dem Charme der Alten Schule, bietet Abenteuer-Aufhänger über die Inseln (und den Planeten) hinaus und kann eine proaktive Spielgruppe mit einem engagierten Spielleiter sicher über sehr viele Spielsitzungen beschäftigen. Ich musste beim Lesen spontan an die Spielberichte von Gabor Lux (Fomalhaut) denken, ebenfalls eine lohnende Lektüre!

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Veröffentlicht am 9. Januar 2015, Keine Kommentare

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